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Für’s Abi ist es nie zu spät – Warum Lernen am Abendgymnasium anders ist

Ob Abitur mit über dreißig, mit Kind oder mit problematischen Erfahrungen aus früheren Schulbesuchen im Hinterkopf - all das ist am Abendgymnasium Hannover im Stadtteil Döhren möglich. Hier erhalten in diesem Jahr fast 20 junge Erwachsene ihr Abiturzeugnis oder die Fachhochschulreife - und damit den Türöffner für ganz neue berufliche Perspektiven.

Noch Jahre zuvor schien dieser Moment für die heutigen Abiturientinnen und Abiturienten in weiter Ferne. Für manche war eine Ausbildung nach der der zehnten Klasse attraktiver als die Hochschulreife. Andere hinderten die Frustration im Schulalltag oder gesundheitliche Probleme am Durchhalten in der Oberstufe. Und dennoch führte sie der Weg Jahre später zurück auf die Schulbank. „Lange Zeit war ich sicher, das Abitur überhaupt nicht zu brauchen. Nach der Ausbildung und um einige Erfahrung reicher, wollte ich es dann aber nachholen - für den Zugang zur Universität und für mich selbst", berichtet Johanna Germeroth.

Nach unterschiedlichen Erfahrungen im Berufsleben entwickelte das Lernen, die Auseinandersetzung mit verschiedenen Fächern und neuen Fragestellungen für viele einen neuen Reiz. Der Unterricht sei „unaufgeregter", stärker auf das Lernen konzentriert, betonen die Abendschülerinnen und -schüler. Besonders die Umstellung auf die Unterrichtszeiten von 17.25 bis 21.40 Uhr an fünf Wochentagen ist jedoch eine Herausforderung. „Die größte Schwierigkeit ist die Vereinbarkeit von Beruf und Schule. In meinem Fall überschnitten sich die Arbeitszeiten dank Gleitzeit zum Glück nicht mit den Unterrichtszeiten und das Modell „Online zum Abitur" half mir, die Belastungen besser verteilen zu können", erinnert sich Thees Owe Both. In den Online-Klassen ist der Unterricht auf drei Präsenztage reduziert, an zwei Tagen werden Aufgaben zuhause erledigt.

Als Hauptunterschied des Schulalltags auf dem Zweiten Bildungsweg im Vergleich zum sogenannten regulären Gymnasium nennen alle einstimmig die „Begegnung auf Augenhöhe" mit den meisten Lehrkräften. Johanna Germeroth betont: „Wer Unterstützung braucht, bekommt sie. Die Lehrkräfte bieten unermüdlich Wiederholungen, Coachings, Übungen etc. an. Außerdem sind sie entspannter im Umgang mit der Disziplin der Schülerinnen und Schüler. Jeder lernt schließlich für sich und seine Zukunft."

Trotzdem halten nicht alle Schülerinnen und Schüler bis zum Abitur durch. Viele verlassen die Schule mit der Fachhochschulreife oder noch früher. Für die Verbleibenden bedeutet dass kleinere Lerngruppen, teilweise einen besser auf einzelne Bedürfnisse zugeschnittenen Unterricht, der aber auch anstrengender wird. Denn mit der reinen Anwesenheit ist es nicht getan. Wie an jedem anderen Gymnasium ist die mündliche Mitarbeit wichtig, stehen Präsentationen, Referate und Klausuren auf dem Programm. Gerade in den Klausurenphasen können sich die wenigsten allein auf die Schule konzentrieren.
Thees Owe Both will gar nicht verschweigen, dass das eigene soziale Leben durch den Besuch des Abendgymnasiums und zusätzliche Arbeit für die Schule durchaus eingeschränkt wurde. Auch Mitschülerinnen und Mitschüler wissen, dass bei aller Bewunderung für den Entschluss, freiwillig wieder zur Schule zu gehen, nicht alle Freunde Verständnis zeigen, wenn Verabredungen seltener werden. Denn während andere nach der Arbeit oder am Wochenende ihre Freizeit genießen, sind die Abendschüler im Unterricht, wiederholen Lern- oder pauken Klausurstoff.

Durchhalten, durchhalten, durchhalten, haben sich nicht nur die gesagt, die mit Kind und Familie, mit Halb- oder Ganztagsstelle das Zentralabitur gemeistert haben. Rückblickend raten sie den unteren Jahrgängen, sich auf dem Weg zum Abitur immer über Zwischenerfolge zu freuen und an das zu denken, was jede(r) einzelne(r) bereits erreicht habe. Mit dem Abiturzeugnis in den Händen scheint es ihnen, als sei die Zeit trotz aller Anstrengungen und gelegentlicher Hürden wie im Flug vergangen. Ans Aufhören haben die Interviewten - wenn überhaupt - nur ganz kurz einmal gedacht. Schließlich war klar, dass sich die Doppelbelastung auf einen begrenzten Zeitraum konzentriert. Ihr Ziel hatten sie immer vor Augen: den Universitätszugang und damit langfristig neue berufliche Perspektiven.

Sie alle würden ihre Entscheidung für das Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg wieder treffen. Für Johanna Germeroth ist ihr Fazit nach drei Schuljahren klar: „Es ist nie zu spät, noch einmal von vorne anzufangen. Es kommt darauf an, an sich selbst zu glauben, immer!".

(Scr, 30.6.2019)

Hannover KollegHannover Kolleg


Das Hannover-Kolleg ist eine allgemeinbildende staatliche Schule für Erwachsene im Zweiten Bildungsweg. Sie wendet sich an Erwachsene mit abgeschlossener Berufsausbildung oder mindestens dreijähriger Berufstätigkeit, die einen höheren Schulabschluss und die Erweiterung ihrer Allgemeinbildung anstreben.

www.hannover-kolleg.de

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