Maurits Cornelis Escher
Maurits Cornelis Escher hat einige der geistig anregendsten Bilder aller Zeiten geschaffen. Manche von ihnen haben ihren Ursprung im Paradoxen, der optischen Täuschung oder der Doppeldeutigkeit. Zu den ersten Bewunderern von Eschers Bildern gehörten Mathematiker, und das ist nicht verwunderlich, da die Werke oft auf mathematischen Prinzipien der Symmetrie oder der regelmäßigen Flächenaufteilung beruhen. Ein typisches Bild von Escher jedoch enthält weit mehr, als nur Symmetrien oder regelmäßige Flächenaufteilung; oft liegt ihnen einen Idee zugrunde, die dann künstlerisch verarbeitet wird. Und insbesondere die Seltsame Schleife ist eins der am häufigsten wiederkehrenden Motive.
(Hofstädter: Gödel, Escher, Bach: Ein Endloses Geflochtenes Band)
- Geboren am 17. Juni 1898 in Leeuwarden
- Oberschule in Arnheim; ausgezeichneter Zeichenunterricht
- Schule für Architektur und Ornamentik in Haarlem
- 2 Jahre in der Schweiz
- 5 Jahre in Belgien (Brüssel)
- 1941-1972 in Holland
- gestorben am 27. März 1972 in Hilversum
Wer kennt nicht die berühmten Escher-Bilder? Erstaunliche Ansichten, Überraschungen und tolle Effekte findet man in ihnen. Escher selbst gilt als Künstler, als Grafiker. War er aber nicht auch Mathematiker? Er las technische Abhandlungen, korrespondierte mit Mathematikern und Kristallographen. Er selbst schätzte sein mathematisches Verständnis nicht sehr hoch ein. Trotzdem finden wir in den Bildern klassische und moderne Geometrie: Platonische Körper (konvexe Polyeder mit perfekter Symmetrie). Amerikanische Mathematiker haben die Grundidee von Escher ins Dreidimensionale weiterentwickelt und sie Kaleidozyklen (kalos=schön, idos=Figur, kyklos=Ring) genannt. Es entstehen außergewöhnliche symmetrische Figuren, die durch ihr Zentrum rotieren. Die Oberfläche der Kaleidozyklen ist mit Escher-Bildern verziert. Escher selbst hatte versucht, periodische Muster zur Oberflächengestaltung dreidimensionaler Objekte zu nutzen. Er konnte das Problem unendlicher Wiederholungen nicht lösen. Einzig die Escher-Kugel stellt eine gelungene Umsetzung der Idee dar.
G. Walker ist freischaffender Künstler in New York. Er ist der Erfinder der IsoAxis, für die er ein amerikanisches Patent erhielt. D.Schattschneider ist Mathematikprofessorin in den USA und hat sich aus mathematischer Sicht mit der Kunst Eschers beschäftigt. Beide haben zusammen ein Buch mit Bastelbogen für Kaleidozyklen herausgegeben.
Bruno Ernst, ebenfalls Autor eines Buches über Escher, hat den niederländischen Künstler ein Jahr lang besucht, Gespräche mit ihm geführt, ihn beim Arbeiten zugesehen und Interviews geführt. Er erzählt, was wohl unseren heutigen Schülern ein "Aha" entlocken würde, dass Escher kein guter Schüler war. Der Unterricht sei ihm ein "Alptraum" gewesen, vom zweistündigen Zeichenunterricht mal abgesehen. Fakt ist, dass Escher zweimal eine Klasse wiederholen musste. Außerdem erhielt er kein Abschlussdiplom, da er nicht einmal in Kunst gute Noten erhielt. Auch noch während der Studienzeit sah man in ihm keinen hochbegabten Künstler.
Beschäftigte er sich bis 1937 hauptsächlich mit Malerischen, traten dann mathematische Strukturen, Unendlichkeit und die Darstellung des Dreidimensionalen im Zweidimensionalen in den Vordergrund. Rund 70 Bilder haben einen mathematischen Einschlag. Mathematikern gegenüber erklärte Escher immer wieder, er verstünde von der Wissenschaft überhaupt nichts.
Escher ist wohl nicht nur ein künstlerisches Phänomen, sondern auch ein pädagogisches.
"Stauen ist das Salz der Erde." (Escher)
Die Informationen und Grafiken entstammen den Büchern "Der Zauberspiegel des M. C. Escher" (Bruno Ernst) und "M. C. Escher - Graphik und Zeichnungen".





