Der Einsatz in den vergangenen drei Jahren hat sich gelohnt. 34 Abiturient*innen erhielten am Hannover Kolleg und Abendgymnasium Hannover jetzt ihr Zeugnis in den Händen. „Niemand hat gesagt, dass es einfach wird – gerade deshalb können alle Absolvent*innen unglaublich stolz auf sich sein“, betont Frederike.  

Für alle ist das Abiturzeugnis nicht nur ein wichtiger Türöffner für die Universität oder die berufliche Neuausrichtung. Es ist der Beweis, wozu sie selbst fähig sind. „Was wäre gewesen, wenn…,“ diese Frage wollten sie sich später nicht einmal stellen müssen.
Der Blick auf Schule und Lernen hat sich bei den Absolvent*innen am Hannover Kolleg oder Abendgymnasium – im Vergleich zur ersten Schulzeit – gewandelt. Warum sie sich für diesen Weg entschieden haben, dass wussten fast alle genau. Und dieses „Warum“ trug sie durch ihre Schulzeit. Auch manche Fächer erscheinen plötzlich in einem anderen Licht. So stellt Maximilian fest: „Mir wurde klar, dass ich viele Interessensgebiete und Talente habe, die mir auf dem ersten Bildungsweg gar nicht bewusst geworden sind.“

In der Corona-Pandemie haben die Schüler*innen alle drei Unterrichtsszenarien erlebt: A, B und C. Während die Schulschließung im Frühjahr 2020 im 12. Jahrgang fast alle unvermittelt traf, waren sie froh, im Frühjahr 2021 als 13. Jahrgang in den Präsenzunterricht kommen zu dürfen. Die Atmosphäre in den leeren Fluren sei zwar teilweise gespenstisch gewesen, aber wenigstens hätten sie so mit den Mitschüler*innen „quatschen“ können. Was der persönliche Austausch mit Lehrkräften und Mitschülern, was das gemeinsame Lernen bedeutet, wissen jetzt alle. Laura und Luisa sind sich einig: „Am schönsten ist es hierherzukommen.“

Eine ganz andere Atmosphäre als während der ersten Schulzeit

Ohne Zweifel gab es während der vergangenen Schulzeit für einige durchaus Höhen und Tiefen. „Es kann ja nicht immer alles leicht sein,“ betont Luisa und unterstreicht, wie dankbar sie zum Beispiel dem Mathe-Lehrer sei, als er ihr einmal gesagt habe: „Es ist doch nur Mathe.“
Die Absolvent*innen heben die persönliche Lernatmosphäre an den Gymnasien für Erwachsene hervor, nicht nur wegen der kleinen Lerngruppen. Besonders ab dem 12. Jahrgang sei eine Gemeinschaft unter den Schüler*innen entstanden. Das Verhältnis zu vielen Lehrkräften empfanden sie als weniger hierarchisch, eher auf Augenhöhe. Und die meisten Lehrer*innen gingen darauf ein, wenn jemand einmal durch die familiäre Situation oder Nebenjobs belastet war. Man werde angesprochen, wenn es Probleme gebe. Noch besser sei es allerdings, rechtzeitig von selbst das Gespräch zu suchen.

Mit Lernbereitschaft und Disziplin zum Ziel

Rückblickend räumen viele Abiturient*innen ein, dass Schulpensum sei nicht zu unterschätzen. Ohne Lernbereitschaft, Disziplin und Durchhaltevermögen sei es nicht möglich, die drei Jahre erfolgreich abzuschließen. Sehr wichtig waren für die meisten daher die Unterstützung im privaten Kreis oder im Arbeitsumfeld.
Der Jahrgang 2021 nimmt zum Abschied viel mehr mit als das Abiturzeugnis oder die FH-Reife. Neue Freundschaften, neue Erfahrungen, neue Perspektiven zählen jetzt ebenfalls zum „individuellen Gepäck“. „Ich würde es immer wieder machen,“ das antworten viele auf die Frage nach ihrem persönlichen Fazit aus den vergangenen Jahren. Und falls es daran Zweifel geben sollte, macht Frederike allen Interessierten Mut: „Der Wille ist das, was zählt. Alles Weitere lernt man nach und nach.“

01.07.2021 Scr